Erfahrungsbericht Schwalbe Racing Ralph (33-622)

Den Schwalbe Racing Ralph kennen die Meisten sicher von MTB´s für den Cross-Country-Einsatz. Im Starterfeld von MTB-Marathons scheint dieser Reifen zu dominieren. In den letzten zwei Jahren sind Cyclocross-Fahrräder immer mehr auf dem Vormarsch. Diese Entwicklung ist dem Reifenhersteller Schwalbe nicht entgangen. So entschlossen sich die Reichshofer den bewährten Reifen Racing Ralph statt lediglich für den MTB-Einsatz, 2015 auch für den Einsatz im Cyclocross auszulegen. Der Reifen wurde deutlich schmaler und die Stollen des Profils schrumpften um die gleiche Verteilung des Profils zu erreichen, wie bei der MTB-Variante. So sollten die gleichen Fahreigenschaften erzielt werden wie bei den breiteren Vorgängern auch. Möglichst viel Grip bei minimalem Rollwiderstand.
Diese Eigenschaften zu übertragen ist Schwalbe wirklich gelungen. Ich fahre den Schwalbe Racing Ralph (57-622) seit zwei Jahren auf meinem XC-MTB und will nichts anderes fahren. Besonders der geringe Rollwiderstand hat es mir angetan. Diesen hatte ich zuerst dem Tubeless-System zugeschrieben. Vergleichbare Reifen anderer Hersteller verhielten sich allerdings deutlich anders, trotz gleicher Voraussetzungen.
Auf meine Cyclocrosser war der Schwalbe Racing Ralph serienmäßig montiert. Und auch an diesem Fahrrad überzeugt mich der Reifen voll und ganz. Bewegt man ihn im Gelände hat man unglaublich viel Grip beim Verzögern und Beschleunigen. Auch die Seitenführungseigenschaften des Reifen können sich, unabhängig vom Untergrund, sehen lassen.
In Berlin muss so manche Verbindungsetappe zwischen den Wäldern auf Asphalt zurückgelegt werden. Aber auch hier glänzt der Racing Ralph. Trotz des Stollenprofils gleitet man über den Asphalt. Fast wie mit einem Rennradreifen. Lediglich ein sanftes Surren des Stollenprofils verrät, dass irgendetwas anders ist.
Da ich in dieser Saison einige längere Fahrradtouren mit dem Reiserad geplant hatte und noch keinen passenden Reifen für das Fahrrad auserkoren hatte, demontierte ich kurzerhand die Reifen von meinem Cyclocrosser an das Reiserad. „Nur mal ausprobieren ob sie sich mit einer höheren Belastung durch Gepäck immernoch so gut fahren“ dachte ich. Die Maximallast von 70kg pro Reifen sollte in meinem Fall ausreichen.
Und auch in dieser Disziplin konnte sich der Reifen beweisen. Mit 25kg auf dem Hinterrad-Gepäckträger wurde das Surren zwar deutlich lauter, der Rollwiderstand blieb allerdings deutlich geringer als bei den Tourenreifen die ich sonst gewohnt war. Abgesehen von der Massenträgheit die sich bei Richtungswechseln oder dem Übergang zum Wiegetritt deutlich bemerkbar machten, kam fast Rennradfeeling auf. Die Reisedurchschnittsgeschwindigkeit liegt meist bei 22-24km/h und das bei Strecken von über 50km. So macht das Reisen mit dem Rad richtig Spaß.
Leider hatte ich mit dem Wetter während der vergangenen Touren nicht so viel Glück, dafür umso mehr Regen. Auch bei Nässe macht der Racing Ralph einen guten Job. Der Grip ist ordentlich und der Reifen kündigt Gripverluste sanft und gut kontrollierbar an.
Auf einem der Festivals hat es am Abreisetag so stark geregnet, dass viele PKW in den ausgefahrenen Furchen der vorgefahrenen Fahrzeuge stecken geblieben sind. Mit meinem Reiserad hatte ich hier keine Probleme, während meine Begleitung mit seinen Tourenreifen von einer Senke in die nächste schlitterte und mit Vortriebverlust zu kämpfen hatte, konnte ich Spurtreue durch die Schlammwüste radeln. Dies verdankte ich vor allem der guten Selbstreinigung des Profils. Diese war trotz geringer Geschwindigkeit ausgezeichnet.
Mittlerweile habe ich mit dem Racing Ralph etwa 3000km zurückgelegt. Davon etwa 400km mit schwerem Gepäck. Diese Kilometer sieht man dem Reifen überhaupt nicht an. Der Verschleiß ist also minimal.
Für mich ist der Schwalbe Racing Ralph ein echter Allrounder, der sowohl auf der Straße, als auch im Gelände einen super Job macht. Sein geringer Rollwiderstand macht ihn besonders interessant für längere Touren. Egal mit welchem Fahrrad.

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