Fahrradtour zum Fusion Festival

Schon lange hatte ich den Wunsch einmal eine längere Tour mit Fahrrad und Gepäck zu fahren. Ende Juni bot sich dann die Gelegenheit, das Fusion Festival. Von Berlin aus bis zum Gelände des Kulturkosmos e.V. sind es knapp 135km. Eine Strecke die in zwei Tagen gemütlich zu schaffen sein sollte, wenn man noch ausreichend Zeit haben möchte um an schönen Orten Halt zu machen und diese zu genießen.
Wer regelmäßig Festivals besucht, der weiß das man neben Zelt, Isomatte, Schlafsack und Verpflegung noch jede Menge Kleinkram einpacken muss. Das läppert sich schnell zu einem hohen Gewicht und einem großen Volumen. Mit einem normalen Rucksack kommt man also nicht weit, zumal dieser bei längeren Strecken unnötig das Gesäß belastet. Daher habe ich meine zwei Ortlieb Back Roller Classic und einen Ortlieb Packsack PD350 22L mit meinen Festivalutensilien befüllt. Mit den beiden Hinterrad-Taschen und dem Packsack konnte ich ein Gesamtvolumen von 62l nutzen. Zum Vergleich, die meisten Trekkingrucksäcke haben ein ähnliches Volumen.
Ortlieb Back Roller Classic (links) und Ortlieb Packsack PD350 22l (rechts)

Ortlieb Back Roller Classic (links) und Ortlieb Packsack PD350 22l (rechts)

Natürlich wechselt man während eines Festivals etwas seltener die Kleidung als im Alltag, vor allem wenn man alles mit eigener Kraftbefördern muss überlegt man sich zwei Mal, was man einpackt oder doch zu hause lässt. Zum Verstauen meiner Schmutzwäsche habe ich einen Ortlieb Kompressionspacksack mit Ventil – 12L Volumen mitgenommen. Wie der Name schon verrät kann man mit seiner Hilfe z.B. seine Schmutzwäsche komprimieren. So spart man einiges an Volumen. Außerdem schützt man die saubere Bekleidung davor dreckig zu werden oder den Geruch anzunehmen.

Ortlieb Kompressionspacksack mit Ventil 12l (links) und Ortlieb Wasserbeutel 2l (rechts)

Ortlieb Kompressionspacksack mit Ventil 12l (links) und Ortlieb Wasserbeutel 2l (rechts)

Das schönste am Fahrradfahren ist, dass man einfach an Tankstellen vorbeifahren kann und einen die steigenden Spritpreise völlig kalt lassen. Treibstoff braucht man aber trotzdem in Form von ausreichend Nahrung und Flüssigkeit. Zwar besitzen die meisten Tourenräder zwei Flaschenhalter, 1,5L reichen in meinem Fall leider nicht aus. Weitere 2L Wasser transportierte ich daher in einem Ortlieb Wasserbeutel 2l.

Schwalbe Racing Ralph (33-622)

Schwalbe Racing Ralph (33-622)

Da ich noch nie mit dem Fahrrad in der Havel unterwegs war wusste ich auch nicht, welche Straßenverhältnisse mich dort erwarten. Auf meinem Cyclocrosser fahre ich seit einiger Zeit den Schwalbe Racing Ralph (33-622). Ein leichter Faltreifen mit einem sehr geringen Rollwiderstand für ein Stollenprofil. Außerdem bietet dieser Reifen viel Traktion sowohl auf der Straße, als auch im Gelände. Aus meiner Sicht also ideal für solch eine Tour.

Bei längeren Strecken kommt es nicht nur auf die Ausdauer sondern auch auf das Sitzfleisch des Fahrers an. Was nützt einem eine super Kondition wenn man nicht lange genug auf dem Sattel sitzen kann. Mir wurde der Fabric Scoop Flat Elite als ein toller Allround Sattel empfohlen, weswegen ich ihn mit auf die Tour genommen habe.

Fabric Scoop Flat Elite black-blue

Fabric Scoop Flat Elite black-blue

Eigentlich hatte ich geplant mich am Dienstag nach dem Mittagessen abzufahren und auf halber Strecke mein Zelt aufzuschlagen. Da für Dienstag allerdings permanent Regen angesagt war, habe ich mich entschieden die Taut doch auf einen Tag zu verkürzen.
Auch wenn es am Mittwoch dem Reisetag jede halbe Stunde angefangen hat zu regnen und es sehr windig war, lief die Tour richtig gut. Hat man es einmal aus Berlin heraus geschafft, findet man sich in der Havel wieder. Die Landschaft ist sehr schön und je weiter man sich von Berlin entfernt, desto geringer wird die Verkehrsdichte. Kiefern-, Mischwälder und Feldlandschaften wechseln sich ab und werden von Bächen und Flüssen durchzogen. Seenlandschaften bieten malerische Orte für gelegentliche Pausen. Vereinzelt bin ich durch kleinere Örtchen mit malerischen Kirchen, Klöstern und Gutshöfen. So habe ich mir eine Fahrradtour gewünscht. Nur mit weniger Regen und Wind. Genau diese widrigen Bedingungen waren allerdings genau richtig um die Hinterrad-Taschen und dem Packsack auf ihre Wasserdichtigkeit zu testen. Überrascht hat mich der geringe Luftwiderstand meines Gepäcks. Ich war davon ausgegangen dass dieser mit Taschen deutlich höher ist. Dementsprechend flott war ich auch unterwegs. Doch dann kamen die letzten 30km. Hier begann die Havel hügelig zu werden. Gefühlt ging es die ganze Zeit nur bergauf. Regen und Wind waren noch immer meine Begleiter. Die schlimmste Auffahrt hatte eine Steigung von 15%. Mit den 25kg Gepäck die ich dabei hatte war der Anstieg ziemlich anstrengend.
Nach insgesamt 135km und 6 Stunden und 35 Minuten Fahrzeit habe ich schlussendlich mein Reiseziel erreicht. Der Prüfende Blick in alle Taschen ließ mich aufatmen. Der Inhalt aller Taschen war trocken geblieben. Das Festival konnte also beginnen.

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